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Dr. med. Frank Sachers

Behalten Sie den vollen Durchblick!

Eine gute Sehschärfe ist in der heutigen stark visuell orientierten Gesellschaft ein unverzichtbares Gut für den Menschen. Gerade im höheren Lebensalter treten aber zunehmend Erkrankungen auf, die unsere Sehkraft gefährden. Sind zudem Familienmitglieder von Augenerkrankungen betroffen, ist das Risiko selbst an einer solchen zu erkranken sehr hoch.

„Aber ich merke doch, ob ich gut sehe. Wenn meine Sicht schlechter wird, kann ich ja immer noch zum Augenarzt gehen!“. Diesen Satz hören wir Augenärzte häufig. Am häufigsten von Patienten die reichlich spät – bei einigen Erkrankungen leider auch zu spät – in augenärztliche Behandlung kommen.

Die häufigsten Augenerkrankungen im Alter sind der Graue Star, der Grüne Star und die altersbedingte Makuladegeneration. Die Verminderung der Sehkraft durch die Eintrübung der natürlichen Linse (Grauer Star) kann sehr langsam und über Jahre fortschreiten und wird deshalb lange gar nicht bemerkt durch den Patienten. Der Graue Star kann zwar auch im späten Stadium noch operativ behandelt werden. Sobald Sie sich aber im alltäglichen Leben behindert fühlen, lohnt sich die Operation allemal. Heutzutage kann durch einen ambulanten operativen Eingriff der Linsenaustausch in guten Händen bei sehr geringem operativem Risiko vorgenommen werden.

Beim Grünen Star ist der Augeninnendruck erhöht, was unbehandelt mit der Zeit zu Gesichtsfelddefekten führt. Das menschliche Gehirn kann diese aber sehr gut kompensieren, deshalb bleiben diese Beschwerden leider oft auch lang unbemerkt. Bei Nichtbehandlung kann der Grüne Star zur Erblindung führen. Die frühzeitige Behandlung mit Augentropfen mit akzeptablem Nebenwirkungsprofil kann das Fortschreiten der Krankheit stoppen oder zumindest stark verlangsamen. Bestehende Gesichtsfeldausfälle können jedoch nachträglich nicht mehr behoben werden. Auch bei der altersbedingten Makuladegeneration (Erkrankung der Stelle des schärfsten Sehens) ist eine Früherkennung das A und O. Die Veränderungen (z.B. verzerrtes Sehen) sind für den Patienten zwar schneller selbst bemerkbar, Klarheit bringt aber nur eine Augenuntersuchung. In der Behandlung der altersbedingten (feuchten) Makuladegeneration wurden in den letzten Jahren ebenfalls grosse Fortschritte gemacht.

Um obige Krankheiten rechtzeitig behandeln zu können, raten wir Ihnen dringend, ab ca. 50. Jahren (Lesebrillenalter) regelmässig in die augenärztliche Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Kaum ein Gebiet der Medizin hat in den letzten Jahren so grosse Fortschritte in der Behandlung häufiger Krankheiten gemacht wie die Augenheilkunde. All diese Fortschritte bedingen allerdings eine rechtzeitige Erkennung der entsprechenden Erkrankung. Deshalb: Ab Fünfzig regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung zum Augenarzt – damit sie auch Morgen noch den vollen Durchblick haben.

Autor: Dr. med. Frank Sachers, Augenzentrum Bahnhof Basel AG